'Köderkunst für Feinschmecker'

 
 
   
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Irland im Mai 2009

 
Hechte von der grünen Insel:

Vor ein paar Wochen bekam ich einen Anruf meines alten Bekannten und Angelguide aus Irland, Jacek Gorny. „Hey Gregor“, sagte er, „ich war heute am Wasser und habe mehrere große Schwärme Rotaugen versammelt gesehen. Weißt Du, was das bedeutet? In ein paar Tagen wird das große Fressen beginnen! Hast Du Zeit?“ Dem Klang seiner Stimme konnte ich entnehmen, dass es sich um ein wohl wirklich besonderes Ereignis handeln würde. Schnell nahm ich meinen Terminkalender zur Hand – die große Enttäuschung! Der nächste freie Platz erst in 2 Wochen. Telefon zur Hand, Jaceks Nummer gewählt und ihm den Termin genannt. „Ich denke, dass das zu spät ist, in spätestens 2 bis 3 Tagen werden die Rotaugen in die flachen Buchten zum Ablaichen kommen. Sie benötigen dann eine knappe Woche zum Laichen. Die Hechte folgen ihnen dann in die Buchten um zu Jagen. In dieser optimalen Zeitschiene sind Fänge um die 20 Hechte pro Mann und Tag nichts Außergewöhnliches!“. Aber leider ging’s bei mir halt wirklich nicht früher. Na dann müssen die lieben Hechte einfach auf mich warten, dachte ich so bei mir. 2 Wochen später stieg ich dann im wunderschönen, sonnigen Basel (CH) ins Flugzeug, 1 ½ h später im verregneten Dublin wieder aus! Von Dublin ging’s dann mit dem Auto weiter ins 2 h entfernte, westliche Irland, zum Lake Corrib.
 
Gregor auf Tour im Mai 2009 in Irland

 
 
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Die Irische Küste
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Auf dem Weg zum "Lake Corrib"
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Irland pur
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Typisch Irland
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Irlands traumhafte Wasserlandschaft!
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... und wenn dann mal die Sonne halbwegs scheint...
Am Morgen des nächsten Tages kamen wir dann voller Erwartung an den Hafen des Lakes, wo schon unsere Boote auf uns warteten. Zusammen mit uns gingen noch 3 weitere Guides aus verschiedenen Regionen Irlands und ein Redakteur von einem irischen Angelmagazin, „Irish Angler“, auf Tour. Leider ließen die Wetterprognosen für das Wochenende nichts Gutes erhoffen. Dauerregen und sehr starker Wind, um die 6 – 7 BF-Skala war angesagt. Nichtsdestotrotz gingen wir auf’s Wasser! Nach einer halben Stunde abenteuerlicher Bootsfahrt über sehr aufgewühltes Wasser kamen wir schließlich zu den anvisierten Fanggründen. Es handelte sich hierbei um flache Buchten am südlichen Ufer vom „Lake Corrib“. In diesen Buchten sind überall verstreute kleine Inselchen mit starkem Baumbewuchs, welcher uns vor dem starken Wind beschützen sollte.

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Und endlich war’s dann soweit, die ersten Köder flogen durch die Luft! Die Wahl meines Angelguides, Jacek Gorny, fiel auf einen „J 1“ in Design WFG, weil dieser in Form und Farbe identisch ist mit einem Rotauge. Schon nach ein paar Würfen bog sich seine Rute und die Bremse spielte eine süße Melodie! Meine Prognose für Jaceks Fisch am Haken war, dass es sich bestimmt um einen guten Esox über einen Meter handeln würde. Jaceks Kommentar auf meine Prognose mit einem breiten Grinsen im Gesicht war „ich glaube nicht, dass es sich hier um ein so großes Exemplar handelt, die irischen Hechte sind einfach nur sehr starke Kämpfer! Das wirst Du schon noch merken...“. An diesen Satz kann ich mich bis jetz noch sehr gut erinnern, denn Jacek sollte Recht behalten. Nach ein paar Minuten Drill konnte er den Entenschnabel sicher anlanden und das Metermaß zeigte „nur“ 85 cm. Also tatsächlich ein mittlerer Hecht mit super starkem Temperament!



Nachdem der Gute wieder ins Wasser zurückgesetzt wurde, ließ Jacek das Boot auf eine Stelle mit 2,5 m Wassertiefe driften, also optimal für die Jerkbait-Angelei. Beide fischten wir mit „J 1“ in WFO- und WFG-Design. Diese Wahl erwies sich als goldrichtig, denn wir konnten in Folge gute Fische landen, alle zwischen 70 und 90 cm, aber die richtig Großen wollten nicht oder waren einfach nicht da. Jacek entschied dann nach einiger Zeit, unser Boot zu einer noch flacheren Stelle driften zu lassen, auf ca. 1 ½ m mit starkem Krautbewuchs. Mein erster Gedanke „hier riecht es förmlich nach großen Hechten“ und auf den Gedankenblitz knallte es dann auch schon! Das Ding am anderen Ende meiner Rute versuchte buchstäblich, mit einer Wahnsinnskraft, mir meinen guten „Angelstock“ aus der Hand zu reißen! So einen Wahnsinnsbiss auf einen Jerkbait hatte ich bis dahin noch nie gehabt – knallhart mit sofortiger Flucht - zu meinem Glück in tieferes Wasser! Der Drill dauerte ca. 15 Min. auf echt starkem Gerät – unglaublich, wie kämpferisch die irischen Pikes sind! Nach der Landung zeigte das Metermaß dann stolze 104 cm. Der Bann war also gebrochen für die richtig Großen! Kurz danach folgten noch ein paar Entenschnäbel zwischen 90 und 100 cm.
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Leider dauerte die Bissorgie aber nicht ewig und so entschied sich Angelguide Jacek Gorny dann, einen anderen Hot-Spot aufzusuchen. Nach 20 Min. Fahrt über aufgewühlte See kamen wir zu einer anderen Bucht. Diese war etwas tiefer als die erste Stelle und somit mussten wir in Folge unsere Köderwahl überdenken. Wir mussten auf tieflaufende Köder umstellen, und so entschieden wir uns für den „K 3“, denn wir hatten so an die 3 ½ m Wasser unterm Kiel, der K 3 läuft auf 2 ½ m, also optimal für diese Stelle! Bezüglich den Dekoren setzten wir auf das bereits Bewährte und zwar WF, WFG und WFO – alles Naturfarben. Jacek platzierte seinen ersten Wurf auf die Schilfkante und holte den Köder auf die gewünschte Tiefe, twitchte 2 bis 3 Mal, ließ ihn 2 bis 3 Sek. stehen und es kam, was kommen musste! Leicht schlaffe Schnur, ein minimales Zucken und eine Millisekunde der Anschlag von Jacek! Es folgte ein spektakulärer Drill mit schneller Landung und das Metermaß zeigte stolze 112 cm! Aber selbst in Irland fängt man solche Prachtexemplare nicht alle Tage! Nach ein paar tollen Fangbildern kam der nette Kumpel dann glücklich wieder ins Wasser!

Irgendwann nachmittags, so gegen 16:00 h, mussten wir leider, aufgrund sehr starker Regenfälle mit starkem Wind, unsere Angeltour abbrechen. An diesem ersten Tag hatten wir an die 50 Hechte überlisten können (insgesamt 8 Petrijünger auf 4 Booten). Gut die Hälfte der Fische haben Jacek und ich gelandet, hiervon waren 5 Hechte über 1 m und zwar:

* 1,12 m
* 1,05 m
* 1,04 m
* 1,01 m
* 1,01 m

Über 20 Entenschnäbel waren zwischen 80 und 95 cm lang.

Fazit meiner Irlandreise:
Irland ist absolut eine Reise wert! Es hat wirklich super geniales und vor allen Dingen VIEL Wasser, aber: nicht nur am Boden, sondern auch "von oben"! Deshalb empfehle ich jedem, der eine Irlandtour plant, gute und auch warme Regenklamotten einzupacken.... ABER: die Landschaft, die "funny people" und selbstverständlich die Top-Gewässer entschädigen absolut für das "typisch irische Wetter"!

Falls ihr an einem Angeltrip in Irland interessiert sein solltet, kann ich folgende Angelguides wärmstens empfehlen (zur Info: außer Hechtangeln machen die beiden auch Touren auf Ferrox, Lachs und Browntrouts an allen irischen Gewässern):

Jacek Gorny ()
Tomasz Kurman ()

Bitte Kontaktaufnahme an die beiden, wenn möglich, in englischer Sprache (oder polnisch).

Text: Gregor Babiarz - Mai 2009 - Text und Bilder copyright by Hybrida-Wobbler!


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Kommentar Jacek: "Kommt nach Irland, wir bringen Euch zu solchen Fischen!"
    
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